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Chronik

Gründung und Entwicklung der Ju-Jutsu Abteilung in Lindau

Eine Ausschreibung eines Ju-Jutsu-Lehrganges brachte 1972 alles ins Rollen.
Dieter Unglaub absolvierte diesen Lehrgang und bestand zugleich auch seinen Gelbgurt. In der Folgezeit lernte Unglaub den Sportkameraden Klaus Treptow kennen. Dieser war damals bereits stolzer Träger des orangenen Gürtels in Jiu-Jitsu und trainierte eine Gruppe von Arbeitskollegen in dieser Sportart. Zusammen mit Hans Lenz sen. und Dieter Unglaub entstand die Idee eine Ju-Jutsu-Gruppe ins Leben zu rufen. Sie sollte als Unterabteilung der Judokas geführt werden. Doch wo sollte die frischgebackene Ju-Jutsu-Gruppe ihr Training abhalten, ohne den Sportfreunden der Judoabteilung in die Quere zu kommen?
Hans Lenz sen. löste das Problem, indem er in Verhandlungen mit der Stadt trat. So bezog die Gruppe den Saal des Reutiner Rathauses als Trainingslokal. In Zusammenarbeit mit der Firma Elektra schuf man Umkleidemöglichkeiten für Frauen und Männer, dem Trainingsablauf stand nun nichts mehr im Wege. Klaus Treptow und Dieter Unglaub nahmen auch weiterhin an zahlreichen Wochenendlehrgängen teil. So konnten sie ihr Wissen über die Techniken des Ju-Jutsu an die Gruppe weitergeben. Im Laufe der Jahre wurden auch nationale, internationale sowie Bundeslehrgänge in Lindau durchgeführt.

Nächstes Trainingslokal der Ju-Jutsu-Gruppe war die Jahnturnhalle auf der Insel. Klaus Treptow und Dieter Unglaub legten verschiedene Gürtelprüfungen ab und erweiterten so ihr technisches Wissen.

Im Jahre 1975 stellten sich die beiden Trainer in Stuttgart der Prüfung für den Meistergrad (Schwarzgurt Ju-Jutsu). Nach bestandener Prüfung zum 1.Dan Ju-Jutsu waren die beiden Sportfreunde die ersten Schwarzgurtträger Ju-Jutsu im Bodenseeraum.

Im wahrsten Sinne des Wortes bunt gemischt waren die Gürtelfarben, die Mitglieder der Abteilung durch Prüfungen erlangten. Vom Gelbgurt, Orangegurt, Grüngurt, Blaugurt, Braungurt, bis hin zu weiteren Schwarzgurten.
Getragen wurden dies von Kämpfern wie Richard Preuß, Helmut Haberda und Siegfried Wittwer.

Doch auch zwei Damen der Ju-Jutsu Abteilung stellten sich der umfangreichen Gürtelprüfung zum Schwarzgurt- mit Erfolg! Somit wurden Regina Meyer und Dolores Schneider damals als erste weiblich Schwarzgurtträgerinnen im Bodenseeraum graduiert.

Hans Lenz sen. ließ der Ju-Jutsu-Gruppe freie Hand im Ausrichten von Lehrgängen und Gürtelprüfungen. Klaus Treptow und Dieter Unglaub lehrten sowohl im Wechsel, wie auch gemeinsam das technische Programm. Die organisatorischen Arbeiten der Gruppe hatte Dieter Unglaub übernommen.

Er knüpfte Verbindungen zu anderen Vereinen und Ländern, so z.B. nach Österreich, in die Schweiz, nach Belgien, ja sogar Australien und China waren ihm nicht zu fern. Doch auch in der näheren Umgebung suchte man die Unterstützung der Lindauer Ju-Jutsu-Gruppe. So leistete sie Aufbauarbeit in Wangen, Friedrichshafen, Isny und Hindelang.

Im Jahre 1995 gab es Dank der Vermittlung von Regina Meyer ein besonderes Schmankerl für die Ju-Jutsu-Kämpfer: einen Wochendlehrgang mit zwei Mönchen des SHAOLIN-Klosters! Bei einer Teilnehmerzahl von 120 Personen konnte dieses Ereignis als voller Erfolg verbucht werden.

Bis zum 31.12.1975 war die Lindauer Ju-Jutsu-Gruppe beim Würtembergischen Judoverband angegliedert, durch Rückkreisung gehört sie ab dem 01.01.1976 zum Bayerischen Judoverband.

1991 übergab Dieter Unglaub die Abteilungsleitung an Roland Gier. Dieser war bis 1995 für die Belange der Ju-Jutsu-Gruppe zuständig, ihm folgte von
1995 - 1997 Richard Preuß.

Seit 1997 leiteten Marcus Gebauer und Gerhard Schlauch gemeinsam die Ju-Jutsu-Abteilung.